Kostenlos ist nicht immer kostenlos

Die Stiftung Warentest hat aktuell 73 Banken mit vermeintlich kostenlosen Girokonten im Angebot getestet. Das Ergebnis: nur bei 8 Banken werden alle Kriterien erfüllt, damit es wirklich als „kostenloses“ Girokonto gilt.

Wenn man sich ein paar Werbungen von Kreditinstituten ins Gedächtnis ruft, sind gefühlte 90 Prozent der Angebote „kostenlos“, „ohne Gebühr“ und „nur bei uns“. Was danach kommt sind Sternchen oder Fußnoten, die am Ende der Werbeanzeige auf Bedingungen und Einschränkungen verweisen. Und schon schrumpft das Angebot an wirklich kostenlosen Girokonten. Die Stiftung Warentest hat jetzt Nägel mit Köpfen gemacht und die Fakten auf den Tisch gelegt.

Bedingungen und Ausschlusskriterien

Damit ein Konto ehrlich und verdient das Adjektiv „kostenlos“ an seiner Seite erhält, musste es mehrere Kriterien erfüllen: es darf keinen monatlichen Geldeingang auf dem Konto festlegen, darf keinerlei Kontoführungsgebühren erheben und keine Kosten für den Erhalt einer EC- sowie einer Kreditkarte in Rechnung stellen. Diese Bedingungen trennt gleich einmal die Spreu vom Weizen. Und die Anzahl der Banken wird überschaulicher.

Nur bei kostenloser Kreditkarte ist das Konto wirklich kostenlos

Gut die Hälfte aller getesteten Banken setzt bestimmte Bedingungen voraus, um überhaupt ein kostenloses Girokonto für Kunden zu eröffnen. In vielen Fällen werden Kontoführungsgebühren erhoben und noch öfter Kosten für die Kreditkarte erhoben. Die Kreditkarte war letzten Endes das Ausschlusskriterium, das es zu überwinden nur noch lediglich 8 Banken geschafft haben: die regionalen PSD Banken Berlin-Brandenburg und Hessen-Thüringen, die überregionale Filialbank norisbank, die comdirect bank, die Wüstenrot Bank, ING-Diba, die Saalesparkasse und MBS in Potsdam.

Nur 8 habens geschafft

Alle anderen Banken sind ausgeschieden, weil sie ein monatliches Einkommen auf dem Konto festlegen, ein dauerhaftes Guthaben bei der Bank fordern oder zum Abschluss eines Sparplans mit einer monatlichen Sparsumme von 25 Euro erzwingen. Und darauf muss und will sich nicht jeder einlassen. Eine kostenlose Girocard bieten nur 21 von 51 Banken, die meisten Banken bieten Onlinekonten an, die sich inzwischen fast alle durch ein sicheres Verfahren fürs Onlinebanking qualifizieren. Irgendeinen Haken haben die Banken allerdings scheinbar immer, außer die 8 Juwelen, die mit dem Stiftung Warentest-Siegel ausgezeichnet wurden und sich den Stempel „gratis“ wirklich verdient haben.


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